Plattdeutsche Bühne verübt heiteren „Bankürwerfall“

 

Während Sturmtief Viktoria über Haltern hinwegfegte gab es am Sonntagnachmittag in der gut gefüllten Aula des Schulzentrums Beifallsstürme ganz anderer Art, nämlich bei der Premiere der Campingplatz-Komödie „De Bankürwerfall“. Das neunköpfige Ensemble der Plattdeutschen Bühne Haltern gab sein Bestes und animierte gut aufgelegt das Publikum fast drei Stunden lang zu ausgiebigem Beifall und Jubelstürmen. Schon beim ersten Öffnen des Vorhanges wurde das ungewöhnliche Bühnenbild auf der breiten Bühne der Aula gebührend beklatscht.

 

Das Comeback von Christoph Sebbel, der in der Rolle des Zahnarztes und Bankräubers Markus nach achtjähriger Pause auf die Bühne zurückkehrte, erwies sich als Volltreffer. Zusammen mit seinen beiden Co-Bankräubern Dieter (Reiner Gerdes) und Waldemar (der auch „gesanglich“ urkomische Georg Röer) trug er die „kriminalistische“ Handlung des Dreiakters. Nur ein Beispiel von vielen: die drastische Szene einer Zahnbehandlung durch die drei Bankräuber im 3. Akt. Das war schräger schwarzer Humor, zwar dick aufgetragen aber virtuos gespielt. Kleiner Gag am Rande: Der „Bankräuber“ Sebbel ist im Zivilberuf Bankdirektor, also in der Materie bestens bewandert.

 

Die Komödie spielt auf einem Campingplatz bei Haltern am See. Immer wieder fließt Lokalkolorit in den Text ein. Zwischen den Wohnwagen tummeln sich einige liebenswerte, das Publikum erheiternde Typen: Die drei flotten Ehefrauen der schusseligen Bankräuber, Luise (Andrea Langener), Anita (Julia Rauhut) und Sabine (Doris Niklas), sowie Maritha Hütter, die sich als Lydia einen Extra-Beifall verdiente. Als komische Klatschbase agierte sie in voller Bühnenpräsenz und knüpfte an frühere Leistungen an. Auch sie kehrte nach mehrjähriger Pause auf die Bühnenbretter zurück, für das plattdeutsche Ensemble sicher ein großer Gewinn. Beide Rückkehrer, Maritha Hütter und Christoph Sebbel, sind übrigens „Veteranen“. Sie waren schon bei der allerersten Vorstellung der Bühne vor 31 Jahren mit dabei.

 

Die erfrischend gespielten Liebesszenen des jungen Paares Christian (Christian Frank) und Marion (Kathy Groneck) rührten und erheiterten das Publikum gleichermaßen. Dabei ist die sprachliche und darstellerische  Leistung des Debütanten Christian Frank besonders hervorzuheben. Er stand zum allerersten Mal auf der Bühne und lässt für die Zukunft noch einiges erhoffen.

 

Regisseurin Elisabeth Sasse und ihre Mitstreiter(innen) Heidi Mühlenbrock, Steffi Elling sowie Willi Deckling in der Soufflierkiste konnten mit dem Premierenerfolg der besonders in den Akten II und III aktionsreichen Komödie hoch zufrieden sein.

 

Freunde komischer Unterhaltung und der plattdeutschen Heimatsprache haben noch weitere drei Mal Gelegenheit, den heiteren „Bankürwerfall“ mitzuerleben: am Samstag, 22. Februar, 19.00 Uhr, Sonntag, 23. Februar, 16.30 Uhr und in der letzten Vorstellung am Sonntag, 1. März, 16.30 Uhr. Karten sind noch in den bekannten Vorverkaufsstellen Kortenkamp und Bilkenroth, sowie jeweils an der Tageskasse zu haben.

 

K.H.